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Den Glauben verstehen



Nr.93 November 2011



Gott ist ein Gott des Glaubens und er hat alles im Glauben zusammengefasst. Der Glaube ist sozusagen der Zugang zur geistlichen Welt. Auch unter dem Alten Bund ging es um den Glauben (siehe Römerbrief und Hebräer Kapitel 11). Das Gesetz war zum Glauben hinzugetan worden als Lehrer oder Zuchtmeister, bis Jesus kam. Das Gesetz sollte aufzeigen, dass wir aus uns selbst nichts schaffen können und Gottes Gnade brauchen, zu welcher wir nur durch den Glauben Zugang haben, nicht durch Werke.

Röm 5,2

durch den wir im Glauben auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns aufgrund der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.

Wir haben durch den Glauben Zugang zur Gnade Gottes; doch oft wollen wir die Gnade durch unsere Werke, oder durch unsere Leistungen empfangen. Aber so funktioniert es nicht. Glauben und Gnade gehen Hand in Hand. Du kannst den Glauben weder von der Gnade, noch die Gnade vom Glauben trennen; so hat es Gott festgesetzt. Der Glaube ist der Zugang zur Gnade Gottes. Jesus hat alles für dich erkauft, aber es gibt nur einen Weg diese Gnadengabe zu empfangen - durch den Glauben.

Jak 1,5

Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden.

Hier geht es zwar um Weisheit, aber das Prinzip ist für alles, was wir brauchen, gültig. Wenn uns etwas mangelt, so müssen wir bitten; und zwar im Glauben daran, dass Gott uns das Erbetene gegeben hat, als wir ihn darum baten (Mt 21,22/Mt 21,24). Vielleicht denkst du nun, wie es wohl sei, wenn etwas nicht Gottes Willen entspricht. Nun, wenn in der Bibel steht, dass Jesus es für dich erkauft hat, dann ist es auch sein Wille für dich, zum Beispiel: Errettung, Heilung und Wohlergehen in allem.

Du fragst dich, ob dies nicht selbstsüchtig sei? - Nein, ist es nicht. Denn wie willst du effektiv anderen dienen, wenn es dir selber an vielerlei Dingen mangelt? Wenn es dir gut geht, sei es im seelischen, körperlichen oder materiellen Bereich, dann wird das auch Gott zur Ehre sein (Joh 14,13). Andere sehen in und an dir die Güte des Herrn und du kannst ihnen aus dieser Fülle dienen.

Im 1. Buch Mose Kapitel 12 Vers 2 heisst es: Ich will dich segnen, damit du ein Segen bist.

Wenn Gott dich segnet, tut er es nicht, damit du dich selbstsüchtig in deinen Segnungen wälzen kannst, sondern damit du aus dieser Fülle anderen dienen kannst. Oftmals wurde Wohlstand falsch verstanden; aber es ist niemals die Absicht Gottes, dich zu segnen, damit du alles für dich alleine raffst, sondern damit du dadurch anderen zum Segen wirst, aber immer noch selber genug hast, um aus diesem Reichtum immer wieder die Liebe und Güte Gottes weiterzugeben.

Zurück zu Jakobus: Wenn jemand etwas mangelt, so bitte er Gott und er wird es willig geben, ohne Vorwürfe (Vers 5). Gott gibt willig, er ist dazu bereit und er gibt ohne Vorwürfe. Er wird dir nicht alle deine vergangenen Fehler vorhalten - dies ist der ‘Job’ des Teufels. - Gott gibt ohne Vorwürfe, ohne Schuldzuweisung und er gibt bereitwillig. Das ist die Seite Gottes. Bei ihm gibt es immer zwei Seiten. Und wie sieht es nun auf unserer Seite aus?

Vers 6

Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. 7 Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen werde, 8 ein wankelmütiger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen.

Wir müssen im Glauben bitten, ohne zu zweifeln. Ein Gebet, bei dem du hoffst, dass Gott dir das gibt, worum du ihn bittest, wenn es denn zufälligerweise sein Wille sein könnte, ist vergebens. So wirst du nichts empfangen, sagt uns das Wort Gottes. Warum? - Weil du hin- und hergerissen bist zwischen der Frage: will Gott es mir geben, oder will er es mir nicht geben? Viele Menschen fragen sich das, weil sie leider so gelehrt wurden. Man wundert sich, dass man nichts empfängt und denkt, das sei so, weil der Herr es nicht geben will.

Wie weit entfernt ist dieser Gedanke doch von der Wahrheit des Wortes Gottes. Bitte im Glauben und du wirst empfangen! Wenn du seinen Willen in einer bestimmten Sache nicht genau kennst, gehe ins Wort und finde heraus, was es sagt. Es gibt nur ein Gebet, bei dem wir beten: „Dein Wille geschehe“, und das ist das Gebet der Hingabe an ihn: Sein Wille geschehe in Bezug zu dem guten Plan, den Gott für dein Leben hat, und er wird dich durch den Heiligen Geist führen. Aber selbst in dem Gebet der Hingabe braucht es Glauben daran, dass Gott dich führen wird und einen guten Plan für dein Leben hat.

Die ganze Welt, die du siehst, ist geschaffen worden aus dem Wort Gottes (1Mose 1/ Joh 1,1-3).

Und wie schaffst du deine Welt? - Ebenfalls aus dem Wort Gottes. “Aber, ich bin doch nicht Gott, das kann nicht sein”, denkst du nun vielleicht. In Markus 11,22 ff. spricht Jesus davon, dass wir in der Art von Glauben agieren sollen, wie Gott es tut. Und weiter erklärt Jesus, anhand des Beispiels vom Feigenbaum, dass göttlicher Glaube spricht und die Dinge dann in den sichtbaren Bereich kommen werden. Man könnte es, mit einem Bild von Arm und Hand ausgedrückt, auch so beschreiben: Die Gnadengaben sind alle im geistlichen Bereich bei Gott, erkauft durch das kostbare Blut von Jesus. Nun geht der Glaube (Arm) in den unsichtbaren Bereich, um sie zu holen und der sprechende Mund (Hand) greift danach und bringt sie in den sichtbaren Bereich.

Dem Glauben folgt immer eine Handlung. Das heisst: wenn du glaubst, dann sprich aus, was du glaubst. Einen stillen Glauben, nur im Herzen, der niemals spricht, was er glaubt, den gibt es nicht. Das könnte man allenfalls ‘gedankliche Zustimmung’ nennen. Du kannst der Bibel zustimmen, dass sie wahr ist, im Sinne eines Geschichtsbuches, aber das bedeutet noch lange nicht, dass du im Glauben bist. Wenn du in deinem Herzen glaubst, dann wirst du auch reden, was du glaubst, selbst wenn dein Verstand noch zweifelt.

Im Jakobusbrief ist von den Werken des Glaubens die Rede. Manche meinen, dass sich die Bibel dadurch widerspricht, weil sie hier von Werken redet, wo wir doch ohne Werke gerettet sind. Doch die Bibel widerspricht sich nicht, denn es geht nicht darum, dass du mit deinen Werken irgend etwas von Gott bekommst. Wir Menschen sind so schnell dabei, Leistungen und Werke zu erbringen, um dadurch vermeintlich würdig zu sein, etwas von Gott zu empfangen. Doch lasst uns lesen was Jakobus meinte.

Jak 2,18

Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir aus meinen Werken den Glauben zeigen!

Jakobus hat den Glauben ohne Werke angesprochen, welcher tot oder unfruchtbar ist (siehe Vers 20). Wenn du Glauben hast, wirst du etwas tun, denn der Glaube bringt immer Werke hervor, aber niemals umgekehrt, (lies dazu im Jakobus das ganze Kapitel 2 und im Hebräer das ganze Kapitel 11).




Wie werde ich Christ?