Wie reagiert Jesus auf Krankheit?



von Anita Letzerich-Suhr

Nr.165 Mai 2018





Was tat Jesus, als er auf der Erde lebte, wenn er Kranken begegnete? War er einfach ein netter lieber Mann, oder ein Wundertäter? - Nein, Jesus war der menschgewordene Sohn Gottes und er zeigte uns Gott den Vater, der ein guter Gott ist. Gott, der die Menschen so sehr liebt, dass er seinen einzigen eingeborenen Sohn sandte, um den Menschen eine vollständige Rettung zu ermöglichen. Im Dienst von Jesus sehen wir also den vollkommenen Willen des Vaters.

Was ist der vollkommene Wille Gottes in Bezug auf Krankheit; wie reagierte Jesus, wenn er Krankheit begegnete?

In Matthäus 4 lesen wir zum ersten Mal, wie Jesus auf Krankheit reagierte.

Mt 4,23

Und er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk.

Der Dienst Jesu war es zu lehren, zu predigen und zu heilen. Man könnte es heute so sagen: Jesus lehrte in den Gemeinden, predigte das Evangelium und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen der Menschen. Jesus hatte also auch einen Heilungsdienst, weil Heilung Gottes Wille ist.

Heilung ist auch heute noch Gottes Wille für dich.

Mt 8,16-17

Als es aber Abend geworden war, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus mit <seinem> Wort, und er heilte alle Leidenden, 17 damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: »Er selbst nahm unsere Schwachheiten und trug unsere Krankheiten.«

Am Anfang meines Lebens in Christus dachte ich, dass der damalige Heilungsdienst Jesu dazu da war, die Schriftstelle aus Jesaja 53,4 zu erfüllen. Mit dem Ende des Dienstes von Jesus auf der Erde hörte Heilung auf, dachte ich. Nun, ich hatte meine Bibel noch nicht richtig gelesen, denn sonst hätte ich bemerkt, dass es auch in der Apostelgeschichte Heilungen gab (und auch heute noch gibt). Jesus tat das, was prophezeit war, weil er derjenige ist, der alle Krankheiten trug. Er heilte, weil er der Heiler ist, und weil er die Erfüllung der Prophetie war. Er war derjenige, der alle Krankheiten auf sich nahm, darum heilt er auch heute noch. Jesus war auch kein einsamer Heiler der umherzog, er hatte eine grosse Schar von Jüngern bei sich; nicht nur die Zwölf, welche seine auserwählten engsten Jünger waren.

Lk 9,1

Als er aber die Zwölf zusammengerufen hatte, gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten. 2 Und er sandte sie, das Reich Gottes zu predigen und die Kranken gesund zu machen.

Lk 10,1+9

Nach diesem aber bestimmte der Herr siebzig andere und sandte sie zu je zwei vor seinem Angesicht her in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst kommen wollte.

9 ... und heilt die Kranken darin und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.

Er heilte nicht nur alleine, sondern gab auch seinen Jüngern den Auftrag zu heilen, genauso gibt er uns heute den Auftrag, mit der Verkündigung auch zu heilen. Wenn Heilung nicht immer sein Wille wäre, dann hätte Jesus Einschränkungen gemacht, wie zum Beispiel: ... „heilt nur diejenigen, die längere Zeit krank sind“, oder „heilt nur diejenigen, die wirklich ein gutes Leben führen“, und so weiter ... Das tat er aber nicht, er sagte: „Heilt die Kranken“ - warum? - „Weil das Reich Gottes, die Königsherrschaft, nahe zu euch kommt.“ - Das sagt mir auch, dass es im Reich Gottes keine Krankheit gibt, denn wenn dieses Reich kommt und Heilung mit sich bringt, dann kann es dort keine Krankheit geben. Wir sehen, Gesundheit und Heilung für die Kranken ist Bestandteil vom Reich Gottes.

Im Dienst von Jesus finden wir zirka sechsundzwanzig Heilungen, eine davon werde ich dir zeigen. Diese Heilung ist eine, die mir besonders gefällt, es ist die Heilung des Lahmen am Becken von Bethesda.

Joh 5,2-9 (Schlachter 2000)

Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heisst und der fünf Säulenhallen hat. 3 In diesen lag eine grosse Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. 4 Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit er auch geplagt war. 5 Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte. 6 Als Jesus diesen daliegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit [in diesem Zustand] war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 

Jesus fragte den Kranken, ob er gesund werden wolle. Das ist eine gute Frage, denn ich habe erlebt, dass es Menschen gibt, die nicht unbedingt gesund werden wollen, wenn es sich nicht um lebensbedrohliche Krankheit handelt, und sie sich daran gewöhnt haben. Sie wollen vielleicht nicht auf die „Annehmlichkeiten“ verzichten, die die Krankheit mit sich bringt, z.B. das Mitleid und die Anteilnahme der Menschen, oder Vergünstigungen und so weiter. Ebenfalls sind die medizinischen Hilfsmittel so fortgeschritten, dass wir mit manchen Gebrechen gut leben können. Dennoch steht Heilung trotzdem zur Verfügung, so dass du auch ohne Hilfsmittel leben kannst. Die Frage ist auch heute noch: „Willst du gesund werden?“ - Das ist die Frage, die wir uns selber stellen sollten, bevor wir loslegen und Schriftstellen über Heilung bekennen. Ist es uns wirklich ernst damit, wollen wir das, oder tun wir es nur als ein „religiöses“ Werk. Heilung ist Gottes Wille für dich, aber es bringt auch eine gewisse Verantwortung mit sich. Denn wenn du gesund bist kannst du dem Herrn dienen; bist du bereit, dich ihm ganz zur Verfügung zu stellen, um seinen Plan für dein Leben zu erfüllen?

Vers 7

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab. 8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm deine Liegematte1 und geh umher! 9 Und sogleich wurde der Mensch gesund, hob seine Liegematte auf und ging umher.

Diese Heilung zeigt so schön, dass sie nicht alleine von der Souveränität Gottes abhängig ist (der zuerst ins Wasser stieg), wie manche heute immer noch denken, sondern Heilung kann auch durch Glauben empfangen werden.

Dieser Kranke glaubte dem Wort Jesu aufzustehen und er handelte auf dieses Wort hin; das ist Glaube in Aktion. Glaube ohne Werke ist tot, Glaube ohne eine Tat des Glaubens bringt keine Frucht hervor, in dem Fall Heilung. Der Kranke wurde geheilt in dem Moment, wo er sich auf das Wort Jesu hin aufrichtete. Da kam die Kraft Gottes auf ihn, er stand auf und ging umher.

Erstens haben wir gesehen wie Jesus mit Krankheit umgegangen ist, seine Antwort war immer Heilung.

Zweitens hat er auch seine Jünger beauftragt zu heilen, zuerst seine zwölf engsten Jünger und ein anderes Mal siebzig Jünger, um zu predigen und zu heilen und zuletzt auch uns alle, die wir an ihn glauben.

Drittens ist Heilung kein souveräner Akt Gottes, das sahen wir beim Lahmen am Teich Bethesda. Heilung kann jederzeit auch durch deinen Glauben empfangen werden.

Die Frage an dich ist jetzt: „Willst du gesund werden?“ Das Bekennen von Heilungs-Schriftstellen ist gut und ein Teil, aber handle auch gemäss deinem Glauben. Gibt es etwas, was du schon jahrelang bekennst, aber keine Frucht siehst? Kann es sein, dass es Zeit ist auf sein Wort hin zu handeln? Er ist treu und er will dich heilen.