Das Brot der Kinder


von Anita Letzerich-Suhr

Nr.168 September 2018





Wenn wir von neuem geboren sind, also Jesus als unseren Herrn angenommen haben durch ein Gebet, dann ist der lebendige Gott unser Vater und wir sind seine Kinder. Wir gehören somit zu einer Familie. In einer Familie ist es gut zu wissen, was dir als Familienmitglied gehört, denn das wird dir helfen voller Kühnheit von Gott dem Vater zu empfangen, weil du weisst, dass es dir gehört.

 

Das Brot der Kinder ist nun ein weiterer Punkt aus dem Wort Gottes, den ich mit dir anschauen will und der dich darin stärken wird, Gott dem Vater für deine Heilung zu glauben oder für etwas, was du sonst benötigst.

 

1Petr 2,24

der (Jesus) unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid.

 

Hast du bemerkt, dass dieser Vers in der Vergangenheitsform geschrieben wurde? Du bist geheilt worden, es wurde für deine Heilung schon alles getan, nun musst du nur noch empfangen. Du denkst vielleicht: „Das sieht aber bei mir gar nicht danach aus, dass ich geheilt bin. Vielleicht gilt dieser Vers gar nicht für mich; ist es nicht sowieso besser errettet zu sein, als gesund und befreit zu sein, weil Gesundheit doch zweitrangig ist?“ - Ist das auch das was die Bibel sagt?

 

Was ist das Brot der Kinder?

 

Mt 15,21-23

21 Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegenden von Tyrus und Sidon zurück; 22 und siehe, eine kanaanäische Frau, die aus jenem Gebiet herkam, schrie und sprach: Erbarme dich meiner, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen.

23 Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Und seine Jünger traten hinzu und baten ihn und sprachen: Entlass sie! Denn sie schreit hinter uns her.

 

Diese Frau gehörte nicht zum Volk Gottes, sie war keine Jüdin, aber sie hatte wahrscheinlich über Jesus gehört, dass er heilt und befreit. Da nahm sie den Weg auf sich, um für ihre Tochter Heilung von Jesus zu bekommen und jetzt antwortete er ihr nicht einmal, als sie ihn darum bat. - Kannst du dir diese Situation vorstellen? - Da sagten seine Jünger zu Jesus, dass er ihr doch helfen soll. Das griechische Wort „apoluo“, welches hier mit „Entlassen“ übersetzt wurde, bedeutet nicht Wegschicken, weil sie hinter ihnen her schreit und sie stört, sondern ihr zu helfen, sie freizusetzen, ihr das zu geben, was sie möchte, sie mit Heilung zu entlassen. Dass dies die richtige Auslegung ist, sehen wir an der Antwort, die Jesus auf den Vorschlag der Jünger gab.

 

Vers 24

Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

 

Was er damit sagte ist, dass sie nicht in einem Bund steht, wie die Schafe aus dem Haus Israel. Sie hatte also kein Recht, aufgrund des Bundes den Israel mit Gott hatte, Heilung oder Befreiung für ihre Tochter zu empfangen.

 

Bist du nicht auch schon in einer ähnlichen Situation gewesen?

Alles schien sich gegen dich zu wenden. Deine Schmerzen wurden schlimmer, deine Umstände sahen noch düsterer aus und du hattest bis dahin alles getan, damit es besser würde, aber nichts änderte sich. - Was tun?

 

Zu welcher Reaktion du dich in so einer Situation entscheidest ist massgebend dafür, was du empfangen wirst und nicht das, was andere dazu sagen.

 

Was würdest du jetzt tun, wenn du an der Stelle dieser Frau währest? Aufgeben und denken: „Ja, es ist halt nun so, ich gehöre nicht dazu, ich bin keine Jüdin, er hat ja recht...“, und mit so einer Haltung wieder heimgehen? - Sie hat aber nicht so gedacht, denn sie kam im Glauben, wie wir später sehen werden. Sie blieb hartnäckig dabei, aber voller Respekt kam sie zu Jesus im Vers 25-26.

 

Vers 25

Sie aber kam und warf sich vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! 26 Er antwortete und sprach: Es ist nicht schön, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hunden hinzuwerfen.

 

Brot steht auch für „alles zum Leben haben“. Wenn wir krank sind haben wir Mangel im Leben und kein vollständiges Wohlergehen.

 

Lk 22,19

Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis!

 

Hier steht Brot im Abendmahl für den Leib Jesu, der gegeben wird zur Heilung, so sagte es Jesus vorausschauend. Im 1. Korintherbrief Kapitel 11 ab Vers 23 erklärt Paulus, was durch das Opfer Jesu geschehen ist und welche Bedeutung und Auswirkungen das Abendmahl hat.

 

Der Preis für die Sünde und ihre Folgen hat Jesus durch sein Blut bezahlt, so dass wir uns nun Gerechte nennen können. Wir sind im richtigen Stand mit Gott, in einer Bundesbeziehung mit ihm. Die Wunden, die Jesus am Leib getragen hat, die sind auch für deine Heilung (1Petr 2,24).

 

Das Brot der Kinder war unter dem Alten Bund schon Heilung und Freisetzung. Hunde wurden diejenigen genannt, die keine Juden waren und somit auch keinen Anteil an den Bundesverheissungen hatten.

 

Doch auch die Aussage von Jesus, dass die kanaanäische Frau nicht in einem Bund steht, brachte sie nicht davon ab Freisetzung für ihre Tochter zu empfangen, wie wir lesen können.

 

Vers 27

Sie aber sprach: Ja, Herr; doch es essen ja auch die Hunde von den Krumen, die von dem Tisch ihrer Herren fallen. 28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist gross. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.

 

Was hatte Jesus so beeindruckt? - Es war der Glaube dieser Frau und aufgrund ihrer Ueberzeugung, dass auch im natürlichen Bereich die Hunde das essen, was vom Tisch ihres Herrn fällt, empfing auch sie das, wofür sie Jesus gebeten und geglaubt hat.

 

Im Markus-Evangelium Kapitel 7, wo die Geschichte ebenfalls erzählt wird, heisst es in Vers 29: Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin! - Es war ihr Wort, im Glauben gesprochen, welches Freisetzung für ihre Tochter empfangen hat, es war keine souveräne Handlung von Jesus.

 

Heilung ist also nicht zweitrangig, sondern im ganzen „Paket“ der Erlösung drin und wird durch Glauben empfangen. Schon unter dem Alten Bund war Heilung das Brot der Kinder, wieviel mehr nun heute für uns, die wir in einem neuen und besseren Bund stehen.

 

Wir haben gesehen, dass diese Frau Heilung durch ihren Glauben empfangen hat, der auch nicht schwach wurde durch die anfänglichen Schwierigkeiten der Ablehnung. Darum entscheide dich heute, auch bei Widerstand, an dem festzuhalten, wofür du Gott gemäss der Bibel glaubst. Heilung war unter dem Alten Bund schon eine Bundesverheissung. Heute gehört sie ebenfalls uns, durch den Bund Jesu, an den wir im Abendmahl durch den Kelch gedenken und durch das Brot, an seinen Leib, durch dessen Wunden Heilung uns gehört.

 

Weiter sahen wir, dass der Glaube durch Worte ausgedrückt wird. Und der Glaube wird immer empfangen, wenn wir nicht vorher zurückweichen oder damit aufhören.

Darum halte fest im Glauben, suche dir Bibelstellen die in deiner Not Hilfe versprechen und sprich sie im Glauben in deine Situation hinein. Wir haben die Bibel nicht nur, um darin zu lesen, sondern wir müssen sie auch anwenden. Nur so wird Gottes Wort dein Leben verändern können. Fang noch heute damit an und gib Gott Ehre, indem du seine Verheissungen für dein Leben in Besitz nimmst.